29 – mittelpunkt der erde

veröffentlicht am 22. September 2014 von anna rider

liebe leute

nun ist es doch schon mehr als ein halbes jahr her, dass ich mich hier letztmals gemeldet habe. manche mögen sich schon gewundert haben, ob ich mich – während sich die schweiz und mit ihr die welt langsam aber sicher ins mittelalter zurückwinkt – von der bühne dieser welt abgemeldet habe. ziemlich das gegenteil ist der fall. mein zentrum der welt hat sich bloss zwischenzeitlich etwas verschoben. das mag damit zusammenhängen, dass ich gerade mutter eines kleinen knaben geworden bin, aber auch mit der tatsache, dass wir jetzt nicht mehr im innern von düland leben, sondern in der seit kurzem fertiggestellten randbebauung.

das zentrumm meines lebens mag sich verschoben haben, aber der mittelpunkt, er blieb noch immer hier, in düland. die perspektive mag eine andere sein, aber mein fokus blieb der selbe. das prinzip der grossfamilie mag überholt klingen, aber das ziel, es blieb das selbe: kein einzelner ist so brutal wie seine gruppe, doch kein individuum ist so stark wie seine gemeinschaft. und eigentlich ist die randbebauung von düland nichts anderes als eine aktualisierte version einer grossfamilie: eine gemeinschaft, in welcher jede und jeder seinen teil dazu beiträgt, die gruppe zu ernähren, aufzuziehen und eine art von tradition zu vermitteln. und genau dies geschieht hier, auf eine düland-art-und-weise. doch anders als in der herkömmlichen familie verbindet uns nicht mehr das gemeinsame blut, sondern die gemeinsame idee. und die grösse unserer familie kennt keine grenze. sie beschränken sich weder auf unsere eigenen vier wände, noch auf irgend eine fiktive landesgrenze oder die reichweite unserer news-bericht-erstattung. die banden unserer globalen familie sind weit und der umfang unserer grossfamilie ist so gross wie unser herz, und das ist potentiell so gross wie die welt. warum nicht?

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