24 – die autonomie der flammen

veröffentlicht am 24. dezember 2012 von anna rider

ja, meine lieben düländerinnen und dülandfreunde. ich weiss nicht, ob ihr’s schon bemerkt habt: es ist weihnachten. fast unbemerkt gehen die feiertage vorbei. kaum irgendwo wird man auf die advents-zeit aufmerksam gemacht… überall bloss noch stille besinnlichkeit und fröhliches beisammensein. debei sollte man sich doch wieder vielmehr auf den wahren sinn der festtage besinnen: den konsum.

konsum erhält uns am leben, alles andere schadet der wirtschaft: also uns selbst. es heisst das fest der liebe, und die grösste form der liebe ist doch die selbstvertilgung, die einverleibung, die sich-selbst-verspesiung. wir haben uns selbst zum fressen gern, und alles, was nicht konsumiert werden kann, hätte schon längst abgebaut werden müssen. der markt, der markt!

BRING ME THE HEAD OF MILTON FRIEDMAN!

was wissen wir schon? was sind wir schon? ein pickel am arsch des 20. jahrhunderts, mit streifblick auf’s leben. geboren als nachgeburt eines unappetittlichen anachronismus’ namens bürgertums, namens mittelschicht. diese unförmige graue masse war, im nachhinein gesehen, wohl die erste stufe zu einer gerechteren gesellschaft und vielleicht einer bessere welt. darum singen wir, denn singen können wir. and all together now:

A DEATH MASS FOR THE MIDDLE CLASS!

es besteht kein grund zur beruhigung. es besteht kein grund zur beruhigung. zu spät ist es noch nicht, aber ganz sicher nicht zu früh. wir spielen auf verlängerung, nicht mehr auf sieg. und das einzig gute, das ich an unserer konsumgesellschaft finden kann, ist, dass sie zu träge ist für einen krieg.

die autonomie der flammen erhält uns am leben. kein grossbrand, aber lieber auch kein kontrolliertes alibi-feuerchen. vielleicht führen sie uns zu neuen wegen und vielleicht auch nicht. wichtig ist der versuch. wichtig ist nicht, alle töne zu treffen, wichtig sind die irritationen und emotionen, die sie auslösen. darum, packt die flöte aus, und dann:

PLAY FUCKIN’ LOUD!

play fuckin’ loud. frohe festtage. wir sehen uns, irgendwann im neuen jahr, in einem neuen land.

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