23 – spätherbstfrühlingsgefühle

veröffentlicht am 17. november 2012 von anna rider

nun liegt ja bereits der erste schnee auf dem ländchen, aber unsere gefühle stehen auf frühling. in etwas mehr als zwei monaten wird düland offiziell unabhängig werden. die vorbereitungen laufen auf hochtouren. klar sind wir total nervös und ein spielball unserer emotionen. wann kriegt man denn schon die chance, einer neuen nation bei der geburt zuzusehen? dass da die hormone verrückt spielen, ist wohl bloss natürlich.

details müssen geklärt werden, schwammige bestimmungen präzisiert und die grenzen verteidigt werden. unabhängigkeit ist kein naturzustand, sondern das ergebnis unzähliger kämpfe. minimale rahmenbedingungen, die wir nicht unbedingt verfassung nennen möchten, müssen festgelegt werden – aber hier bei uns auf umgekehrtem wege. die frage ist nicht, welche bestimmungen es noch braucht, sondern im gegenteil: was kann alles weggelassen werden? welche regeln sind wirklich nötig für ein gerechtes zusammenleben, und welche zementieren bloss den status quo? oder soll man gleich einen regelfreien zustand wagen?

was würdet ihr versuchen? welche lebenswelten, politischen systeme, gemeinschaftsformen müsste man fördern oder im gegenteil gleich unterbinden? wo fängt der spass an, und wo hört er auf? wenn ihr könig seid in eurem eigenen sandkasten wärt, welche gesetze würdet ihr verordnen? oder würdet ihr euer sandiges reich zum rechtslosen gebiet erklären? schleifen lassen oder kanalisieren? zurücklehnen oder voranschreiten? wanderpfad oder weites feld? navigationsgerät oder fahrt auf sicht? oder beides, alles? wege und abwege? die sicherheit des unbekannten? masslosigkeit und genügsamkeit. chaos & gestaltung.

 

 

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