15 – grüsse aus der zukunft

veröffentlicht am 1. august 2012 von anna rider

die mühlen in bern, sie mahlen langsam und gründlich, aber hin und wieder lassen sie auch ein körnchen hindurchfallen, das nicht zu kompromissmehl zermanscht wird, sondern sein leben auch jenseits dieser konsensmaschine behalten kann. ob düland ein solcher samen sein kann, ob dieser die mühlsteine überstehen kann – falls die schweiz und ihre bewohnerinnen sich dieses geschenk überhaupt geben wollen – wird sich noch zeigen. die erste walze hat unser ländchen jedenfalls bereits umschifft. vielleicht hat unsere pathetische rede vom 14. juli gewirkt, vielleicht sind wir aber auch bloss offene türen eingerannt.

jedenfalls konnten wir offenbar deutlich machen, dass es uns – trotz allem spass am prozess, und natürlich auch in folge des tragischen beginns – ernst ist mit der sache. dass die idee, auch wenn sie sich aufs erste utopisch anhören mag, hand und füsse und vor allem ein starkes herz hat, scheint im bewusstsein der damen und herren entscheidungsträger sporen hinterlassen zu haben. die kraft dieser gedankenkeime wird sich zeigen, wenn die kommissionen der eidgenössichen räte und diese selbst über die standesinitiative ‘düland’ abstimmen werden.

dass es nützlich sein könnte, über neue formen des zusammenlebens, des produzierens, des konsums, des bauens und der verwaltung nachzudenken – und diese im geschütztem rahmen auch ausprobieren zu können – wer würde dies verneinen? und dass es sich dabei nicht um ein weiteres projekt der sogenannten alternativen szene, irgend einer links-autonomen gruppierung oder einer nationalistisch-rechtsextremen bewegung handelt, sondern um ein wahres bedürfnis der bevölkerung - auch diese erkenntnis treibt kräftige luftwuzeln in der wahrnehumung der politisch aktiven allgemeinheit.

wie grüsse aus der zukunft scheinen uns die neusten entwicklungen von düland zu erreichen. hoffen wir also, dass wir den weg dorthin auch einschlagen können, damit wir die früchte dieses gewächses selbst noch pflücken können. denn eines ist klar: wo man nichts sät, wird auch nichts wachsen.

 

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