11 – träume

veröffentlicht am 7. juli 2012 von anna rider

an jedem morgen in den letzten vier langen wochen habe ich mir gewünscht, dass alles nur ein perfider traum sei. jeden morgen habe ich mir gewünscht, dass ich nun endlich aus diesem bösen traum erwacht wäre. aber natürlich ist es kein traum und kein kniff in den arm kann mir die unbeschwerte zeit des anfangs zurückbringen. die tage schleppten sich dahin und die erde drehte sich unbarmherzig weiter, immer weiter, aber nicht zurück. mit entsetzen musste ich zusehen, wie der alltag, dieses gefrässige, ignorante ungeheuer, das seine schlingen auch um meinen fuss gezogen hat, mich hinter sich her zerrte und ganze stücke aus meiner erinnerung an nora verspeiste, ganz unbemerkt und leise.

nicht minder glaubte ich deshalb zu träumen, als sich – nach einem monat eisernen schweigens – eine offizielle stelle des bundes, ein gewisser herr heiniger, sekretär des VBS, der ganz leise und in gewählten worten sprach, bei mir meldete. nach mehrmaligem nachfragen verstand ich dann, dass wir, die initiantinnen von düland, in dübendorf zu einer besprechung eingeladen seien. ich weiss nicht, ob das departement nach der demissionierung von armeechef andré blattmann und der rücktrittsankündigung von ueli maurer auf ende jahr, etwas durcheinander ist. jedenfalls werden wir in einer woche, am 14. juli ausgerechnet, in einem gebäude des flugplatzes dübendorf an einer art runden tisches sitzen und unsere idee von düland der neuen armeeführung und vertretern der drei gemeinden dübendorf, volketswil und wangen-brüttisellen darlegen.

etwas unwirklich scheint mir dies noch alles, aber dann wiederum sage ich mir: düland ist ja vielleicht auch nicht von dieser welt, sondern von einer welt, einer schweiz, wie wir sie gern hätten, offen und entschlossen für die zukunft. vielleicht wollen wir ja zu viel, aber hoffnung ist die brechzange zu neuen gefilden. und träumen ist nicht eine form des schlafes, sondern eine notwendigkeit für geistige gesundheit.

vielleicht ist auch alles nur ein PR-gag, wer weiss? drückt uns trotzdem die daumen. wir werden unser bestes geben. geschenke an sich selber sind ja stets die schönsten geschenke. die schweiz schenkt sich düland, und düland schenkt uns zuversicht. und darüber, hoch darüber zwinkert uns vielleicht ein engel zu, ein engel namens nora. falls es ein traum ist, so möchte ich jedenfalls jetzt gerade daraus nicht mehr erwachen.

 

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